5. November 2020

Krombacher Brauerei – Digitale Zustellung

Krombacher Logo

Wie integriert man externe Lieferpartner in die eigene Prozesskette, um einen schnellen und fehlerfreien Belegfluss zu realsieren und den Status der Auslieferung in Echtzeit zu ermitteln? Und zwar unter der Prämisse, dass der Logistiker seinerseits keine Investitionen tätigen muss?

Hintergrund
Um die Möglichkeiten der Digitalisierung für den eigenen Unternehmenserfolg zu nutzen ist es essenziell, die Struktur bisheriger Abläufe zu hinterfragen. Die Krombacher Brauerei hat sich im Bereich Logistik genau dieser Problemstellung angenommen und den gesamten Zustellprozess vollständig überarbeitet und digitalisiert.

Eine neue digitale Plattform ermöglicht es beliebigen Spediteuren, den Belegtransport für die Krombacher Brauerei fast papierlos abzuwickeln. Dabei sind keinerlei technische Eingriffe in das Warenwirtschaftssystem oder Fahrzeugassistenzsystem des Logistikers erforderlich.

Motivation
Die klassische papierbasierte Abwicklung der Warenzustellung: Der Fahrer lädt die Ware und erhält Lieferschein und Ablieferbeleg. Der Kunde bekommt den Lieferschein ausgehändigt und unterschreibt den Ablieferbeleg, der dann per Post / Fax / Rundlauf zurück zum Produzenten gelangt.

Dieses Vorgehen sorgt für Probleme bei der Abwicklung:

1. Chargenrückverfolgung
Da die Krombacher Brauerei Lebensmittel herstellt, ist die Frage der Chargenrückverfolgbarkeit – also welche Charge wurde bei welchem Kunden abgeladen – elementar. Bei einer Tour mit gleichen Produkten (z.B. 32 Europaletten Pils) und mehreren Abladestellen ist eine zuverlässige Zuordnung von individueller Palette zu Kunde sehr aufwendig.

2. Korrekturen / Rücknahmen
Wie reagiert man auf Korrekturen, z.B. durch Transportschaden oder Warenablehnung? Wie erhält man Informationen über zurückgenommene Artikel, z.B. Leerpaletten oder Gitterboxen?

3. Zeit
Wie reduziert man die Zeit bis zur Rückmeldung der Tour? Die Spediteure fahren in der Regel nicht ausschließlich für Krombacher. Teilweise arbeiten die Fahrer auch für unterschiedliche Spediteure oder der beauftrage Spediteur vergibt an einen Unterspediteur.

4. Rückerfassung
Wie kann man die manuelle Rückerfassung der Informationen im Warenwirtschaftssystem automatiseren, um doppelte Aufwände zu vermeiden?

Dilop: Digitale Logistik Plattform
Um die beschriebenen Nachteile zu eliminieren, wurde eine Lösung in Form einer digitalen Plattform entwickelt.

Diese Plattform besteht aus 3 untereinander vernetzten Komponenten und ermöglicht eine fast papierlose Abwicklung des gesamten Zustellprozesses:

 

 

 

 

 

 

1. SAP für die Krombacher Mitarbeiter
Hier erfolgt die Anlage, Überwachung und Rückerfassung der Zustellaufträge. Die disponierten Touren laufen automatisiert in das DispoCockpit.

2. DispoCockpit für den Logistiker
Der Disponent des Logistikers erhält per Email eine Information über eine neue Tour. Er kann über ein webbasiertes Cockpit Fahrer verwalten und Touren zu Fahrern und Fahrzeugen zuordnen. Von hier aus kann er dann den Fahrer elektronisch über die anstehende Tour informieren.

3. Fahrer-App für den Frachtführer
Der Frachtführer installiert sich die frei zugängliche Fahrer-App, die in jedem App-Store (Android und Apple) als kostenfreier Download bereitsteht.

Nun erhält er vom Disponenten des Spediteurs per Email, SMS oder Messanger die Information über die Tour. Er lädt alle notwendigen Informationen auf sein Endgerät und kann anschliessend alles papierlos und in Echtzeit abwickeln.

Hierbei kommt dann insbesondere die Kamera des Smartphones oder Tablets zum Einsatz, mit Hilfe derer er den Barcode bzw. QR-Code der Ware scannen kann. Somit wird er direkt beim Entladen alarmiert, sollte er eine falsche Palette entladen.

Pro Abladestelle erfolgt mit Auftragsabschluss eine Echtzeitübermittlung der Daten an das Dispo-Cockpit und der Auftrag wird direkt in SAP rückerfasst. Der Krombacher Disponent hat ab diesem Zeitpunkt bereits den kompletten Überblick darüber, ob alles ordnungsgemäß zugestellt wurde, ob es Probleme gab und welche Ware zurückgenommen wurde. Darüber hinaus kann für jede einzelne Pallete eine genaue Zuordnung von Charge zu Kunde getroffen werden.

So funktioniert’s

Ergebnis
“Indem wir den Spediteuren die Möglichkeit eröffnet haben, sofort und ohne größere Investitionen für uns tätig zu sein, ist der zum Zustellprozess gehörende Belegfluss nun deutlich transparenter und bei gestiegener Datenqualität zeitlich stark verkürzt[…]
Wir realisieren so signifikante Prozessverbesserungen und können unseren Service zum Endkunden deutlich verbessern“
Michael Kröhl, Leiter Logistik

Weiterführende Informationen
Eine detaillierte Beschreibung des Projektes mit Bildern sowie den eingesetzten Technologien finden Sie hier:

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